#BIGPROJECT

Speed Integral, Voralpsee

 

Still a project. Warum..?

 

An alle Voralpkenner, Ja ihr habt recht, dieses Foto entstand nicht in Speed!

Was auch total egal ist. Denn es geht um die Geschichte hinter Speed und nicht um die tollen Fotos welche bei einem Kletterfotoshooting mit Skinfit in der Route Lucy (7c+) oder in der Route Euphorie (8b/+) entstanden sind. 

 

Das Klettergebiet Voralp bekam in den letzten Jahren immer mehr internationales Aufsehen. Vor allem wegen seiner besonderen Steinstruktur ist und bleibt dieser Klettergarten einzigartig. Dieser Klettergarten hat mich schon immer fasziniert...das erste mal besuchte ich Voralp mit dem Vorarlberger Landeskader, das Jahr darauf mit Leonie, Babsi und Jacopo. In diesem Jahr konnte ich Routen wie Grenzgänger (8a) und Euphorie (8b/+) punkten. Nun zu dem Jahr, welches in meinem Lebenslauf als Voralpsee Jahr eingetragen werden könnte: 2019.  Mir gelang es - angefangen von der Standard  "Aufwärmroute" bis hin zur zweitschwersten Route an der Wand - alle zu klettern. Ich wiederholte Euphorie im Vorstieg und trainierte meine Ausdauer mit Intervallklettern in Euphorie. Kurz bevor Michi Wohleben Speed integral punktete, versuchte ich mich in der Route in Toprope. Mit Michi habe ich dieses Jahr sehr viel Zeit am Vorlap verbracht. Kommen wir nun zu Speed: Anfangs war ich viel zu schwach um die schweren Stellen zu klettern. Da war ich auf jeden einzelnen Zug zwischen den Schlüsselstellen stolz, dass ich ihn geschafft habe. Am vierten Tag im Toprope konnte ich alle Züge machen, im oberen Teil Schlingen zusammenhängend klettern und den schwersten Einzelzug vom unteren Schüttler weg halten. Die Freude war groß! Also versuchte ich die Route im Vorstieg, es lief erstaunlich gut, ich konnte über die erste Schlüsselstelle klettern und flog bei der nächsten Schlüsselstelle. So und zwar genauso, liefen die nächsten "zig" ungezählten Versuche. Es war Zeit für eine bisschen mehr Kraft und bessere Conditions, denn weil ich  im Hochsommer projektierte, war es oft viel zu warm. Einen Versuch konnte ich oft erst ab 19 Uhr machen. Dies war auch der Grund weshalb wir (Leonie und Ich) im Juli und August nicht mehr Abends in die Halle fuhren, sondern an den Voralp - oft bis Mitternacht sind wir mit Stirnlampen geklettert. Highpoint im ersten Monat setzte ich mit Stirnlampe bis zum letzten schweren Einzelzug ca. in der Mitte der Route. Der Gedanken das ich die Route nicht durchsteigen könnte, wenn ich diesen Zug halte gab es nicht. Getäuscht! Nachdem ich über 10 mal bei genau diesem Zug flog konnte ich ihn endlich halten, kletterte weiter und stürzte vor der letzten Schlinge in Speed. Wow! Ich war wirklich erstaunt, super happy aber zu gleich sehr enttäuscht, denn meine Vorstellung den oberen Teil stabil klettern zu können war geplatzt. Die nächsten Versuche brachten mich wieder nur bis zum letzten Schlüsselzug, dadurch verlor ich die Motivation, gleichzeitig machte ich mir immer mehr Druck, denn ich wollte die Route einfach klettern. Darauf gelang es mir noch drei mal bis zur letzten Schlinge oder über diese zu klettern. Momente die ich nie vergesse, denn bei meinem letzten Versuch in Speed flog ich drei Griffe vor der Verlängerung, welche ich sehr gut ausgebouldert hatte. Nach diesem Scheitern wusste ich, die Route will einfach nicht, dass ich sie durchsteige. Emotional war das hart, doch ich glaube, ich habe viel gelernt, auch wenn ich es nicht bzw. noch nicht klettern konnte. Denn was mir schlussendlich gefehlt hat, war der Spaß an der Route, der Spaß am Versuchen und wahrscheinlich der Spaß am Klettern generell. Und wie viele wissen: Spaß und Freude bei der Sache machen einen so viel stärker! Danke an alle, die mich bei diesem Projekt unterstützt haben, danke an alle, die an mich geglaubt haben und immer noch an mich glauben. Es war kein leichtes Jahr für mich, viele Veränderungen, viele nichtbeendete Projekte, einige Verletzungen und eine - leider notwendige - Daumenoperation. Ich bin froh, wieder auf dem Weg zu sein, welchen ich gehen möchte. Alles hat seinen Grund und alles braucht seine Zeit! Freu mich auf 2020 um dann genau an diesen Projekten und an neuen weiter zu machen.